Samstag, 21. März 2009

Physiotherapeuten

Gestern kamen Jenny und ich auf das Gesprächsthema "Physiotherapeuten". Beide hatten wir schon Erfahrungen mit denen sammeln können und ihr stand die Begegnung mit einem weiteren bevor. Weil, selbst ihre Große kann das Können eines solchen brauchen.

Natürlich haben wir uns erstmal darüber ausgelassen wie gut es den maroden Knochen tut wenn man das quasi lottoähnliche Glück hat vom Arzt dorthin geschickt wird. Und grade wenn man merkt dass es einem besser geht, dann darf man nicht mehr hin. Kurz wurde über die Krankenkassen sinniert. Aber solange Krankenkassen noch ihre palastähnlichen Prachtbauten bauen können sollten wir nicht über unsere Wehwechen jammern.

Da das Sinnieren über Krankenkassen niemals von Erfolg gekrönt ist haben wir also weiter über unsere Physiotherapeuten gesabbelt. Jenny begann zu erzählen was der neue Physiotherapeut alles beim erstmal eben mal rum kneten bei ihrer Tochter fest gestellt hat. Mit fiel dann ein dass meiner (im Gegensatz zu allen Ärzten und Orthopäden, die ich zuvor auf suchte) bei mir Sachen ertastet hat, die die anderen niemals erwähnt hatte. Jaja, diese Physiotherapeuten sind quais Magier.
Jennys Mann hatte auch ne Meinung. Ein Physiotherapeut, der seine Ausbildung in einem ärmeren Land gemacht hat, weil er zufällig dort geboren ist, hat ein fiel besseres Fingergefühl als einer, der in Deutschland mit all den technischen Hilfsmitteln ausgebildet wurde.
Ich musste dem leicht widersprechen. Meiner ist Grieche, hat aber hier in Deutschland seine Ausbildung gemacht. Jennys neuer ist aus, ich mein, Kroatien. Naja, jedenfalls aus der Ecke.
Also kam ich zu dem Fazit dass diese alles ertastende Fingerspitzengefühl etwas mit den eh dafür bekannten südländischen Feuer zu tun haben muss.

Wir steigerten uns ziemlich in diese Geschichte rein. Jenny fiel ein dass ihr alter Physiotherapeut nach nem bisschen Rumgetaste feststellte dass Jenny Darmpobleme haben müsse. Und dann fiel uns noch ne Menge mehr ein, dass so ein Physiotherapeut quasi schon bei dem ersten Handschlag erfühlt. Wie peinlich. Die Jungs scheinen alle Geheimnisse über einen mit einem Fingerpieks raus kriegen zu können.
Ich warnte Jenny, dem neuen Physiotherapeuten die Hand zu geben. Damit er sie nicht ernst an sieht und er viele schreckliche Sachen über sie verrät, die sie eigentlich gar nicht wissen will weil die Unwissenden einfach glücklicher sind.

Wir beschlossen dass ein Physiotherapeut so ziemlich der Letzte ist, den wir als Ehemann haben wollen. Wie schrecklich wäre das, wenn er abends heim kommt, einen nen Kuss gibt und dann sagt: "Du hast dich heute zu viel über die Nachbarn auf geregt und bist übel drauf!" oder: "Wenn du nicht den ganzen Tag auf dem Sofa gelegen hättest würdest du jetzt fitter sein!". Natürlich steigerten wir uns dann auch in die wildesten Diagnosefantasien rein. Aber Jenny, ich schreib jetzt hier nicht alles. Ich denk mal, das wird uns auch so in 10 Jahren beim Lesen wieder einfallen *kicher*.

Auf jeden Fall war das wieder ein Telefonat, das absolut typisch für uns ist. Das Hauptthema war absolut nicht lustig und eigentlich machen wir uns eher Sorgen aber unsere usselige Fantasie hat wieder solche Blüten getragen dass wir nur noch Spaß hatten.

Montag, 9. März 2009

Die Rolltreppe

Ich war ja Anfang des Jahres bei meinem Superkumpel Jenny im fernen Berlin. Von diesem Besuch zehre ich heute noch. Man kennt das ja: Landei besucht Großstadtmädel und lässt sich eine Weltstadt zeigen.Jenny ist auch sehr erfahren, was ihren Ortsteil unserer Hauptstadt betrifft. Da macht ihr keiner was vor. Nun hatte wir uns aber auch mit meinem Idol mamapia in der Stempelbar *nostalgischdarandenk* getroffen und anschließend noch nen Zug durch die Gegend gemacht um irgendwo der Nahrungsaufnahme (nach 3 Stunden stöbern war das echt nötig) zu frönen.Bei dieser Suche kam es auch zu der Situation dass wir eine große, gefährliche Rolltreppe hochfahren mussten. Jenny stand hochkonzentriert 2, 3 Stufen über mir und ich schaute mich fröhlich recht, links und auch noch mal nach unten um.So, ab Mitte der Rolltreppe bog ich die Zehenspitzen hoch. Manch einer kennt das ja aus eigener Erfahrung. Manch einer! Ich glaub, Jenny traut dem Trick nicht. Denn wir hatten grade gut die Hälfte Rolltreppenfahrt hinter uns, meine Zehen waren also just hoch gedrückt, da bekam ich den Anschiss meines Lebens. Sie brüllte durch die heiligen Berliner Shoppinghallen:"WIRST DU WOHL NACH VORNE GUCKEN UND AUFPASSEN!" (so ähnlich jedenfalls)Ich gucke sie erschrocken, debil und völlig ratlos an. War denn da vorne etwas Spannenderes als um mich rum? Hey, nach vorne fuhr ich doch eh, man muss auch mal nach hinten und zur Seite im Leben blicken! So fragte ich also nach dem Warum.Die folgende Ergüsse über Gefahren einer Rolltreppe, lautstark, von Jenny waren was fürs Herz. Ich, nicht sprachlos, pöbelte natürlich eben so laut zurück. Mich voll auf Jenny konzentrierend, aber Zehenspitzen immer noch hoch gebogen. Gott sei dank liegt Shoppingfrau so etwas ja schnell im Blut. Denn sonst hätte ich vor lauter Mitjennymotzerei mit Sicherheit das Ende der Treppe verpasst und mich voll auffen Sabbel gelegt.Doch so bin ich (in Jennys Augen) dank Jenny (also meiner hoch gebogenen Zehenspitzen) sicher und heile, wild schimpfend oben angekommen.Hach, war das schön.Darüber amüsier ich mich heute noch!Sach mal Kati, was hast du eigentlich gedacht als wir da plötzlich so wild rum zeterten *kicher